Wir fahren heut zur BuFaK und haben gar keine Angst

Wir fahren heut zur BuFaK und haben gar keine Angst

Die Sonne ist noch lange nicht aufgegangen, als Caro um halb 6 Uhr morgens Nicklas und Florian mit ihrem grauen VW Golf Kombi einsammelt. Die Augen unserer drei FSR-Mitglieder sind noch ganz klein vor Müdigkeit, aber die Stimmung im Auto ist schon fantastisch, denn: Es geht nach Dortmund zur BuFaK WiSo 2018!

BuFaK, das ist kurz für Bundesfachschaftenkonferenz; WiSo steht für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die Fachschaften der unter diese Kategorie fallenden Studiengänge aus ganz Deutschland finden sich jedes Semester irgendwo in Deutschland zusammen, um sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Im Sommersemester 2015 haben wir die BuFaK nach Dresden geholt! Dieses Semester war Dortmund dran.

Während im Auto laut lustige Party-Hits mitgegrölt werden, steigt die Stimmung zusammen mit der Sonne immer weiter. Nach fünf Stunden haben sie dann ihr Ziel erreicht: Die TU Dortmund. Vor Ort ist die Wiedersehensfreude erst einmal groß, denn auch Familie Löwe ist gerade in Dortmund angekommen. Sebastian Löwe war bis zum letzten Semester ein FSR-Mitglied und schon unzählige Male auf der BuFaK. Seine Schwester Elisa war noch viel öfter auf der BuFaK und ist sogar ein Mitglied des BuFaK Rats. Auch sie hat einmal zu unserem FSR gehört und in unseren Herzen werden beide wohl immer ein Teil der FSR-Familie bleiben.

Der BuFaK-Rat ist ein ganz krasses Gremium. Im Gegensatz zu unseren bescheidenen Fachschafts- und Studentenräten besteht er nämlich nicht aus Studierenden, die alle der gleichen Hochschule und sogar Fakultät angehören, sondern setzt sich aus Mitgliedern aus ganz Deutschland zusammen – ganz im Geiste der BuFaK. Dort werden dann auch nicht die Probleme einzelner Studierender behandelt, sondern bundesweite Angelegenheiten der Studierendenschaft diskutiert. Die dort errungenen Ergebnisse werden dann in Positionspapieren festgehalten, welche wiederum auf der BuFaK im Plenum – also mit allen anwesenden Fachschaften aus ganz Deutschland – erläutert und verabschiedet werden. Die Teile sind echt praktisch. Stellt euch mal vor, wir müssten mit der Hochschule wegen etwas verhandeln, das sie ein wenig anders sehen als wir als eure studentische Vertretung (*hust* ärztliches Attest *hust*) und hätten ein Schreiben dabei, in dem eine Meinung zu diesem Thema manifestiert ist, hinter der nicht nur wir hier stehen, sondern hunderte Studierende aus ganz Deutschland von den unterschiedlichsten Hochschulen – das hat doch direkt eine andere Überzeugungskraft, oder? Der BuFaK Rat vertritt insgesamt 600.000 bis 800.000 Studierende deutschlandweit – auch euch! Das ist eine Masse, die man nicht mal eben ignorieren kann.

Gemeinsam meldet sich unsere BuFaK-Delegation erst einmal an und bekommt dafür schicke BuFaK-Beutel mit einem coolen BuFaK-Becher drin, aus dem das restliche Wochenende getrunken wird. Denn auch hier ist das Thema Nachhaltigkeit inzwischen nicht mehr klein geschrieben. Von der Anmeldung geht es erst einmal direkt in den Plenarsaal – eigentlich auch nur ein normaler Vorlesungssaal der TU Dortmund, wie unser geliebtes Audimax nur in modern, aber Plenarsaal klingt so schön wichtig. Und die nächsten Tage wird hier immer das Plenum stattfinden, also ist die Beschreibung gar nicht so schlecht. Im Eröffnungsplenum wird erst einmal aufgezählt, wer alles da ist. Einundsiebzig Fachschaften sind nach Dortmund gereist – die zählen wir euch jetzt lieber nicht alle einzeln auf. Danach werden dann die BuFaK-Ersties mal aufgeklärt, wie es auf der BuFaK eigentlich so läuft. Wichtig: Spaß haben. Noch wichtiger: Inhalte schaffen. Wer einen Workshop, ein Barcamp oder einen Input-Vortrag verpasst, muss jeweils 30€ Strafe zahlen. Also lieber nicht vergessen, den Namen immer ganz brav auf die Anwesenheitsliste zu schreiben. Außerdem herrscht hier tagsüber striktes Alkoholverbot!

Nach der Kennenlern- und Erklärbär-Runde gibt es für alle was Leckeres zwischen die Beißer und danach geht es zum ersten Mal ins Hostel – wo die Wiedersehensfreude ein zweites Mal riesengroß ist, als auch Anne endlich zur Gruppe dazu stößt. Leider konnte sie aus privaten Gründen nicht eher kommen und musste den ersten Tag verpassen, kann es dafür aber kaum erwarten, jetzt voll ins Geschehen einzusteigen – und das bedeutet jetzt: Abendprogramm! Die BuFaK Dortmund steht – obwohl fernab von jeder Küste – unter dem schönen Motto „Herrscher der sieben Weltmeere“ und danach wird hier das Abendprogramm auch voll und ganz ausgerichtet. Die BuFaK-TeilnehmerInnen werden deshalb in kleine Gruppen mit Namen wie Captain Hook oder Nemo aufgeteilt – möglichst so, dass nie zwei Leute aus der gleichen Delegation in einer Gruppe sind. Denn während tagsüber Inhalte geschaffen werden, soll abends locker genetworked werden und das geht am besten, wenn alle neu sind und sich kennenlernen müssen. In den Gruppen geht es dann gut gelaunt und mit ausreichend Wegebier durch die Stadt, bis sich am Ende alle in einem Club wiedertreffen und die Nacht zum Tag machen, bis es Zeit ist, noch ein paar Stunden Schlaf zu tanken. Am nächsten Morgen warten schließlich eine Menge Inhalte auf die Delegationen.

Ziemlich früh schallt am nächsten Morgen dann die Melodie von Johanna von Koczians „Aufstehn ist schön“ durch die Flure des Hostels und reißt die BuFaK-TeilnehmerInnen aus einem tiefen Schlaf. Um 8:30 Uhr müssen alle schon an der Uni sein und in ihrem ersten Workshop sitzen. Mit ausschlafen ist hier also nichts. Der Workshop dauert eineinhalb Stunden und wird direkt vom ersten Input-Vortrag gefolgt. Danach gibt es Futter und dann treffen sich alle im Plenarsaal wieder. Da werden wir dann vom Prodekan der Fakultät WiWi der TU Dortmund begrüßt – standesgemäß mit einem Purzelbaum. Das ist eine von vielen BuFaK-Traditionen, die immer die Stimmung heben. Eine weitere ist die Motivationsrakete. Die Menschen hier sprühen selbst nach drei schlaflosen Nächten vor Energie. Als nächstes steht ein zweiter Workshop auf dem Programm und als letztes folgt das erste Barcamp. Barcamps sind eine großartige Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch. Sie sind so etwas wie spontane Workshops. Während die Workshops schon Wochen vorher vorbereitet werden, mit hübschen PowerPoint Präsentationen und ausgearbeiteten Konzepten, werden die Themen für die meisten Barcamps erst im Orgaplenum vorgeschlagen – also direkt nachdem der Prodekan seinen Purzelbaum geschlagen hat. Anne hat da auch direkt die Chance (oder besser gesagt das Mikro) ergriffen und um ein Barcamp gebeten, in dem erläutert wird, wie wir euch Studies noch besser und effizienter erreichen können. Am Ende dieses Barcamps gehen Anne und Caro sehr zufrieden und mit vielen neuen Ideen aus dem Raum – aber vielleicht habt ihr ja noch mehr Einfälle? Schließlich seid ihr es, die wir erreichen wollen! Also lasst uns doch einen Kommentar da und sagt uns, auf welchem Weg wir Euch am besten erreichen können!

Nach viel Arbeit folgt auch am zweiten Tag selbstverständlich das Vergnügen – diesmal im Kostüm! Auch hier wird sich wieder passend zum Motto gekleidet und so watscheln Caro, Anne und Flo als Pinguine aus dem Hostel in die Nacht und Nicklas tapst als Eisbär hinterher. Wieder geht es in den Gruppen durch die Stadt, wieder kommt man am Ende in einem Club zusammen und feiert noch wilder als die Nacht zuvor.

Wieder klingelt der Wecker am nächsten Morgen viel zu früh. Und trotzdem freut man sich auch schon auf den Tag. Denkt immer daran, dass wir alle nur aus einem Grund im Fachschaftsrat sind: weil wir es wollen. Uns macht diese Arbeit – die wir für Euch und uns als Studierende machen – wirklich Spaß und deshalb ist es auch wirklich spannend für uns, zu erfahren, wie wir diese Arbeit noch besser machen können!

Deshalb gibt es auch an Tag 3 – Samstag – wieder Workshops, Barcamps und Inputvorträge und dazwischen was zu futtern, sowohl in der Mensa als auch am 24-Stunden-Buffet. Viel denken macht hungrig!
Damit wir für unsere Arbeit im Fachschaftsrat so viele Inhalte und Anregungen wie möglich mit aus Dortmund nach Hause bringen können, hat unsere Delegation sich natürlich aufgeteilt und ist immer in verschiedene Workshops, Inputvorträge und Barcamps gegangen. Dort wurden die unterschiedlichsten Themen beleuchtet: Sponsoring, Einführung in die Akkreditierung, Umgang mit inaktiven Fachschaftlern, Teambuilding, WordPress, Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen, Service einer Fachschaft, Organisation eines Sommerfests, die Arbeit des BuFaK Rats, die DSGVO, die Berufungskommission, bundesweite Hochschulpolitik, Instagram vs. Gesetz, die unterschiedlichen Strukturen der Fachschaften… Der Fantasie sind auf der BuFaK keine Grenzen gesetzt!

Außerdem sind diesmal drei Stunden Plenum in der großen Runde vorgesehen, mit allen. Da wird dann, wie schon erzählt, über die Positionspapiere gesprochen, zum Teil ziemlich heftig debattiert und dann abgestimmt. Es geht hier um alle möglichen Themen von Nachhaltigkeit an Hochschulen, über die Reichweite des Semestertickets bis hin zu der Frist, bis wann man sich von einer Prüfung abgemeldet haben muss. Viele kluge Köpfe aus vielen Teilen Deutschlands bringen viele interessante Ansichten mit – das kann manchmal ganz schön lange dauern, ist aber auch höchst interessant zu hören. Was in diesem Plenum nicht geschafft wird, wird auf das nächste verschoben, also morgen. Da finden gleich zwei weitere Plenums statt, genug Zeit also, alles in Ruhe zu diskutieren, bis wirklich alle zufrieden sind.

Auch wenn man inzwischen allen die Erschöpfung ziemlich anmerkt, wird am Abend nicht weniger laut und bunt gefeiert. Mit viel Konfetti und Glitzer in der Luft wird eine wirklich unglaublich gelungene BuFaK in Dortmund begossen, denn so unglaublich es scheint, so ist es doch schon wieder der letzte Abend, der in eine letzte Nacht übergeht, die ein letztes Mal viel zu früh mit den Klängen von „Aufstehn ist schön“ ein jähes Ende findet. Und an diesem letzten Tag liegt dann schon ein bisschen Abschiedsschmerz in der Luft, der stärker wird, je näher wir dem Ende der BuFaK kommen. Vorher gibt es aber erst noch ein Plenum, in dem so herrlich diskutiert wird, dass das restliche Programm nach hinten verschoben werden muss. Nach einem letzten Barcamp wird das Gruppenfoto geschossen, um die BuFaK Dortmund für die Ewigkeit festzuhalten und dann wandern alle zurück in den Plenarsaal für das Abschlussplenum. Erst wird noch fleißig weiter diskutiert, dann wird es langsam immer emotionaler. Zuerst wird Paderborn ordentlich gefeiert – im Sommersemester findet dort die nächste BuFaK statt und wir freuen uns jetzt schon darauf! Dann wird ein BuFaK-After-Movie gezeigt, der die vergangenen vier Tage über fleißig gefilmt und geschnitten wurde. Und als sich dann die Headorga von Dortmund unter Tränen bei allen für eine so unfassbar geile BuFaK bedankt, bekommt sie dafür nicht nur verdient Standing Ovation und tobenden Applaus – im ganzen Saal kullern plötzlich Tränen aus den müden Augen und man hört vereinzeltes Schniefen aus allen Ecken. Diese BuFaK war ein absolut einmaliges Erlebnis und keiner möchte, dass es schon so bald wieder endet. Deshalb auch an dieser Stelle noch einmal: VIELEN DANK, DORTMUND UND DEN ALLER GRÖßTEN RESPEKT!!!

Die Kommentare sind geschloßen.